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Gestern schrieb mich der Mitarbeiter eines Verlages an, der hochwertige E-Books kostenlos zur Verfügung stellt, die Werbung beinhalten; das Angebot wird also durch Vermarktung von Werbeflächen finanziert, nicht durch Buchverkäufe. Den Verlag möchte ich hier nicht nennen.
Er bot mir an, das Buchangebot in meine Websites (wie die hier) zu integrieren, weil sich die Ziegruppen doch überschneiden. Mein Vorteil sei der Mehrwert, den ich für meine Besucher erzeugen würde, sowie steigende Besucherzahlen.
Ich schrieb zurück, dass er mir ein Angebot machen soll, damit ich die Bücher des Verlages bewerbe. Immerhin verdienen die ja daran.
Zurück kamen nur mehr oder weniger pampige Mails, warum ich den Content nicht so einbinden will, ich würde doch eindeutig von dem super Angebot profitieren. Andere würden dafür bezahlen, ich bekäme den "Content" kostenlos.
Jeden Tag steht ein Dummer auf, zu denen ich in dem Fall nicht gehöre. Ich fragte dann, ob er das Ultimatum-Spiel kennt. Für alle, die es nicht kennen, möchte ich es hier kurz vorstellen, damit wir darüber diskutieren können.
Das Ultimatum-Spiel oder Vertrauensspiel wurde in den 70ern des letzten Jahrhunderst vom Ökonomie-Prof. Werner Güth (Max-Planck-Institut zur Erforschung von Wirtschaftssystemen) erfunden. Der Ablauf ist der Folgende:
Stell Dir vor, jemand gibt Dir 100 EUR unter der Bedingung, das Geld mit einem Spielpartner zu teilen. Der Partner bestimmt, was er von den 100 EUR abgeben möchte, also wieviel er erhält. Du kannst aber Einspruch einlegen und Angebot ausschlagen. Du kannst es natürlich auch akzeptieren.
Bist Du einverstanden, bekommt jeder das Geld in dieser Aufteilung. Lehnst Du ab, erhält keiner einen Cent.
Stell Dir vor, Dein Partner bietet Dir 10 EUR. 90 EUR erhält er. Was machst Du? Ablehnen oder zustimmen?
Du wirst wahrscheinlich ablehnen. Aber warum? Rational gesehen hast Du doch immer noch mehr raus am Ende, wenn Du zustimmst und die 10 EUR nimmst.
Und auch die Entscheidung des Partners, die 10 EUR zu überlassen, vielleicht noch weniger, ist doch rational.
Interessant ist, dass die meisten Versuchspersonen dieses Experiments emotional handeln, also ausschlagen, die wenigsten handeln so rational und nehmen auch die 10 EUR an. Die genauen Versuchsergebnisse könne Ihr selbst recherchieren. Vielleicht hab Ihr ja auch einen Link.
Jedenfalls folgt aus diesem Experiment, dass Verhalten auch durch die Idee von Fairness gesteuert wird, nicht nur durch die Maximierung persönlichen Nutzens.
Hier noch eine Sendung Geist und Gehirn mit dem Hirnforscher Manfred Spitzer, in der es um das Thema "Fainess und Serotonin" geht:
Falls jemand das genaue Forschungsdesign des Experimentes von Prof. Güth recherchiert und hier genaue Ergebnisse posten könnte, wäre das sehr interessant, auch für spätere Experimente.