Hinweis: Dieses Forum ist neu und sucht Nutzer, die Wirtschaft studieren bzw. sich für Wirtschaft interessieren! Scheu Dich nicht, hier Fragen zu stellen, Du bekommst in jedem Fall ein Antwort. Die Anmeldung ist kostenlos und dauert nur 2 Minuten. Wenn Du jetzt noch keine Lust hast mitzumachen, schau öfter mal vorbei, was sich getan hat. Du kannst auch den RSS-Feed abonnieren. Hier geht es zur Anmeldung ...
Organisationspsychologie und kollektive Intelligenz
vor 2 Jahren, 3 Monaten
Organisationspsychologie und kollektive Intelligenz sind Themen, die sehr interessant sind und zu denen ich bei Prof. Kruse sehr viele Anregungen gefunden habe. Hier nun mal der erste Teil eines längeren Interviews (20 Teile), ich habe auch schon hier im Videoverzeichnis ein Video gepostet. Leider kann ich keine Playlist einbinden (weiß jemand, wie das geht?), alle Teile findet ihr auf Youtube, einfach Peter Kruse eingeben und auf Playlists klicken. [Edit: Hab doch eine Playlist eingebunden]
Der Mann arbeitet als Honorarprofessor und führt eine Unternehmensberatung. Erkenntnisse der Hirnforschung wendet er auf soziale Prozesse und Unternehmen an.
Kernaussagen:
Wir erzeugen, besonders durch globale Vernetzung bzw. Internet, Komplexität, die ein Einzelner nicht mehr bewältigen kann. Kleine Dinge, einfach Entscheidungen, können große und unvorhergesehene Wirkungen erzeugen (Zauberlehrling-Effekt), siehe z.B. die Jack-Wolfskin-Geschichte der letzten Tage.
Um Komplexität zu reduzieren, müssen wir ständig bewerten und beurteilen. Gerne verlassen wir uns dabei auf die Urteile von Gleichgesinnten (Empfehlungen), aber auch hier müssen wir ständig bewerten, wen wir vertrauen können.
Die bisherigen Bewerungsmethoden im Internet sind entweder quantitativ (Sterne verteilen etc.) oder qualtitativ (Kommentare). Quantitve Bewertungen können wir zwar automatisiert auswerten, jedoch geben sie kaum einen Einblick in die wirklichen Beweggründe der Menschen, weil sie eher nicht Verstand, nicht das (unbewusste) lymbische System ansprechen. Qualitative Bewertungen können mit heutiger Technik kaum ausgewertet werden. Maschinen können Kommentare oder Forenbeiträge zwar quantitativ untersuchen (Google), jedoch nicht verstehen.
Um die Komplexität zu reduzieren, ist es aber erforderlich, auch maschinell oder mithilfe sozialer Intelligenz quantitativ zu bewerten. Ein Beispiel für soziale Intelligenz ist Wikipedia. Letztendlich arbeitet an diesem Lexikon eine Redaktion von mehreren 1000 vernetzten Menschen. Den Redaktionen, dem althergebrachten Journalismus wird im Zuge der Komplexitätsreduktion eine neue Bedeutung zugemessen werden.
Seiner Ansicht nach findet gerade ein großer Paradigmenwechsel statt, der durch IT forciert wird, weg vom individualistischen Menschen und "Universalgenie" hin zu kollektiver Intelligenz und einer neuen Art der Kollaboration. Ohne diese neuen Form können wir die großen Probleme wie Umweltprobleme überhaupt nicht lösen, weil sie einfach zu komplex sind.
Auch die hergebrachten Unternehmensmodelle sind nicht mehr ausreichend, das zeigt das Wiederaufleben von Formen wie Genossenschaften, die letztendlich oft auch nur als kleinstes Übel gewählt werden. Eine besondere Rolle kommt auch den Mangagern, Leadern, Führern zu, deren Aufgabe es ist, nicht top-down zu "regieren", sondern Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen kollektive Intelligenz und Kollaboration sich entfalten können.
Auch den so genannten Digital Natives, den "Ureinwohnern" des Internets, kommt eine besondere Bedeutung zu. Sie beherrschen und erzeugen die neuen Werkzeuge, weswegen es besonders wichtig ist, dass sie lernen, Verantwortung zu übernehmen, sich ihres Tuns besonders bewusst zu werden.
__
Nur einige Kerngedanken, so, wie ich sie verstanden habe. Ich muss sagen, dass diese Gedanken bei mir enorm viel Resonanz erzeugen. Ist das nur bei mir so oder geht das auch anderen so?
Aw: Organisationspsychologie und kollektive Intelligenz
vor 2 Jahren, 3 Monaten
Auf einen interessanten Artikel im Spiegel bin ich gerade noch via @eurofhstudium aufmerksam geworden. CIA investiert in Web-2.0-Auswerter
Der Investment-Arm des US-Geheimdienstes CIA beteiligt sich an einem Unternehmen, das Blogs, Twitter, Foren und Communitys nach Informationen durchsucht. Die gewaltige Informationsmenge, die täglich durchs Web 2.0 rauscht, soll Visible Technology nun auch für die US-Regierung auswerten.
Das Investment-Unternehmen, das die CIA sich hält, heißt In-Q-Tel und ist der Selbstbeschreibung zufolge dafür zuständig, "innovative technologische Lösungen" für die CIA und andere US-Geheimdienste zu "identifizieren, zu adaptieren und zur Verfügung zu stellen". In-Q-Tel investiert in eine Vielzahl von Unternehmen, von Anbietern von Datensicherheitslösungen bis hin zu Unternehmen, die auf Biotech- oder Nanotechnologie spezialisiert sind. Nun steckt der Geheimdienst-Kapitalgeber auch Geld in Visible Technologies, eine Firma, die verspricht "Social-Media-Erkenntnisse in Echtzeit" liefern zu können.
Interessant ist auch das hier: Visibles Kunden können bestimmte Schlüsselwörter angeben, zu denen ihnen dann Auswertungen zur Verfügung gestellt werden. Eigenen Angaben zufolge bewertet das Unternehmen dabei beispielsweise auch, welchen Ruf der Urheber einer bestimmten Nachricht hat, und in welchem "Tonfall" über ein Unternehmen, ein Ereignis oder eine Marke gesprochen wird.
Den ganzen Artikel gibt es hier: www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,656166,00.html