FernUni Hagen - kein Hort der Wissenschaftlichkeit?

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Diesen Artikel habe ich gerade in der BILD Online entdeckt, ein Beitrag über Westerwelle, der an der FernUni promoviert hat. Ich halte das hier mal als Screenshot für die digitale Ewigkeit fest.

fernuni-hagen

Quelle

Was denkt Ihr? Ist der Bachelor an der FernUni Hagen tatsächlich nur ein Schmalspurbachelor? Sozusagen ein doppelter Schmalspurbachelor, denn ein Bachelor ist ja von Haus aus schon recht "dünne"? Wer möchte einen Leserbrief an BILD schreiben?

Ach so, bevor Ihr Euch jetzt fragt, warum ich BILD lese. Ich hab den Artikel über Google News entdeckt. BILD lese ich aber trotzdem gerne mal, natürlich nur aus wissenschaftlicher Perspektive, ich betreibe dann sozusagen empirische Sozialforschung Wink

Kommentare (8)

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hmm

Zwangsneurose , 16.10.2009 08:58
Also wenn man sich vor Augen führt dass der Bachelor nichts mit promovieren zu tun hat (das hat nur der "Dr.") dann ist es schon quatsch. Vielleicht sollte man sich die Materialien an anderen Unis mal anschauen - von Klausuren mal ganz zu schweigen - dann merkt man wie wissenschaftlich die Uni doch sein kann.

Allerdings was eine promotion betrifft ist die Fernuni vielleicht nicht unbedingt die beste Anlaufadresse. Da ich finde, dass dabei dann doch ein wenig mehr praktischer Umgang gefordert ist.
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Frechheit!

Ewald Strohmar , 16.10.2009 09:04
Als ob die uns was schenken würden auf der FUH! Wir studieren genauso hart, wenn nicht sogar härter, denn viele von uns arbeiten Vollzeit und studieren in der Freizeit, haben Familie usw. Jeder, der behauptet, dass ein Fernstudium nichts wert ist, hat keine Ahnung. Dass andere Unis vielleicht einen Ruf der Wissenschaftlichkeit haben, liegt m.E. auch daran, dass sie ja meist auch Jahrhunderte Zeit hatten, einen Ruf zu erwerben, die FUH gibts erst seit 1974.
Christian

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Christian Wolf , 16.10.2009 11:57
Zwangsneurose, das mit der Promotion ist klar, es geht hier allein um den Begriff "Hort der Wissenschaftlichkeit". Und der trifft ja sicher sowohl auf Diplom als auch auf Bachelor, Master, Promotion oder Habilitation zu.

Das mit den Materialien stimmt, wobei es an manchen Uni schon Luxus ist, wenn es einen Reader zu den Vorlesungen gibt. Von der Qualität mancher Vorlesungen und der Überfüllung ganz zu schweigen.

@Ewald: Ja, wir wissen das, dass das Studium sogar härter ist, und viele Personalchefs wissen das auch, wenn sie reflektierter und informierter als ein BILD-Redakteur sind. Blöd ist halt, dass sich viele BILD-Meinungen auch so in Volkes Kopf festsetzen.

Ich finde, dass man nicht an Unis festmachen sollte, ob sie ein Hort der Wissenschaftlichkeit sind oder nicht, sondern wenn überhaupt, dann eher an einzelnen Lehrstühlen.

Und eine Promotion ist für fast jeden Doktoranden hart, egal ob an der FernUni oder nicht. Die Promotion an der FernUni ist ja kein Fernstudium wie das Bachelor-Studium, sondern eine Promotion, die von einem FernUni-Lehrstuhl betreut wird, teils inkl. wissenschaftlicher Mitarbeit, also Anwesenheit.
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Promotion an Fernuni

Holger , 16.10.2009 12:00
Die Reputation einer Promotion hängt vom Ruf der Gutachter ab. Etablierte, erfolgreiche Hochschullehrer mit einem solchen findet man nicht an Fernuniversitäten. Da wird man auch nicht für die wiss. Arbeit bezahlt, was diese weiter abwertet.
Christian

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Christian Wolf , 16.10.2009 12:16
Liegt das an der FernUni direkt oder kann das auch an anderen deutschen Unis so sein?

Werden die wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FernUni nicht bezahlt? Das kann ich gar nicht glauben, siehe z.B. diese Stellenausschreibung hier: http://www.fernuni-hagen.de/ar...4016.shtml

Nachtrag: Diskussionen zum Thema finden sich mittlerweile auf studienservice.de und fernstudium-infos.de:
http://www.fernstudium-infos.d...lasse.html
http://www.studienservice.de/5...hkeit.html
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BLÖD-Logik: Was ich nicht kenne kann auch nix taugen

Fernstudent , 18.10.2009 18:23
Hallo?!? Bin selber Student an der Fernuni. Und die BLÖD-Zeitung zeichnet sich mal mal wieder durch hervorragende Recherche aus (Achtung; für Leute mit Verstand auf BLÖD-Niveau: das war gerade Ironie!). Ihr kennt doch die BLÖD-Logik. Was ich nicht kenne, kann auch nix taugen. Westerwelle z. B. hat bei Prof. Dr. Dr. Dimitris Tsatsos promoviert. Der hat gleich doppelt in Griechenland und Deutschland habilitiert (auch mal nachlesen, was das heißt, liebe BLÖD-Redaktion), weil er als Sozialdemokrat (huch, da staunt der Schubladendenker mit BLÖD-Verstand) in Griechenland in der Miltiärdiktatur Redeverbot hatte. War anschließend Mitglied des griechischen und des europäischen Parlaments. Also in den Augen der BLÖD-Redakteure hat Westerwelle "nur" bei einem Professor mit doppelter Habilitation, doppeltem Doktortitel, politischer Erfahrung in zwei Parlamenten und Lebenserfahrung als Dissident in einer Diktatur gelernt. Da hat BLÖD "nur" Recht. So etwas kann den durchschnittlichen Leser der Zeitschrift nicht beeindrucken.

Weitere Kostprobe: BWL-Professoren, die an der Fernuni promoviert haben, kamen bei einem Forschungsranking der German Economic Review auf den dritten Platz unter 89 Hochschulen (Quelle: http://www.fernuni-hagen.de/wi...king.shtml). So Mist kann die Promotion an der Fernuni (zumindest in WiWi) also nicht sein.

Noch einer?!? Zum Praxisbezug?!? Norbert Winkeljohann ist Vorstand der PWC Deutschland und Joachim Schindler ist Vorstand der KPMG. Jetzt ratet mal, wo die promoviert haben. Ja, liebe BLÖD-Zeitung, an der Fernuni in Hagen. Entschuldigung, so eine Promotion an der Fernuni ist wohl doch Mist, wenn man es damit nur bis in den Vorstand dieser Organisationen und nicht bis in die BLÖD-Redaktion schafft.

Professoren erhalten Einladungen von der FED (BLÖD-Redaktion: Mal nachlesen, wer denn dieser FED ist), um Ihre Meinung zur aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise kund zu tun und Ex-Bildungsministerinnen hochgelobter süddeutscher Bundesländer sind meine Kommilitoninnen.

Nein, das weiß ich nicht auswendig, kann man aber alles bei Wikipedia und Google mit ein wenig Recherche nachlesen. Nur die Redakteure der BLÖD sind dafür zu intelligent. Lieber ein paar Vorurteile über eine Uni streuen, über die so ein BLÖD-Redakteur aber auch gar keine Ahnung hat. Wahrscheinlich im ersten Semester an der Fernuni durchgerauscht, weil es zu leicht war smilies/wink.gif

Man, gehen mir diese Vorurteile auf den S... . Das einzig Gute daran ist, dass der durchschnittliche Leser der BLÖD mit entsprechendem Verstand mir als Kommilitone erspart bleibt (Das ist jetzt keine Ironie smilies/wink.gif ).
Christian

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Christian Wolf , 18.10.2009 19:01
Hallo,

ich danke Dir für die harten Fakten, interessant.

Letztendlich ging es in dem Artikel ja nicht darum, die FernUni zu diskreditieren, sondern Westerwelle. Blöd halt, dass es auf Kosten der FernUni geschehen musste.

Dennoch zeigt sich da etwas, das auch interessant ist. Ich würde der BILD nämlich nicht nur eine normative, meinungsbildende Funktion zuschreiben, sondern auch eine deskriptive, Meinungen aufzeigende Funktion.
Aus der Perspektive sieht man, dass es die Meinung gibt, dass sich Fernstudium oder Fernuni und Wissenschaftlichkeit nicht ganz so vertragen. Wie weit diese Meinung vertreten und wie sie verteilt ist auf Bevölkerungsgrippen, weiß ich nicht.

Und ich finde das auch verständlich. Denn ein Fernstudium ist seinen Wesen nach schon sehr anders als ein Präsenzstudium, durch die Örtlichkeit und die anders geartete Kommunikation mit Mitstudenten und Profs. bzw. Dozenten. Dadurch unterscheidet sich die Lehre stark, hat aber auch viele Vorteile und Chancen, die Präsenzunis nicht bieten. Fernstudium ist eine sehr moderne Angelegenheit und muss sich schon allein deshalb, weil es sich nicht über Jahrhunderte bewährt hat, mehr Kritik aussetzen.

Davon abgekoppelt ist halt trotzdem die Forschung, die ja nicht per Fernstudium erfolgt smilies/cheesy.gif, sondern in den Räumen der FernUni und in den Köpfen der Profs und Mitarbeiter.

Die Meinung ist einfach hohl, das ist doch klar, aber es gibt sie trotzdem, und ich denke, dass es gut für die FernUni ist, mehr als andere Unis zu kommunizieren, dass es nicht so ist und das nichts mit der Studienform zu tun hat. Sondern dass die FernUni in Deutschland einzigartig ist und auch ein einzigartiges Lehr- und Forschungsklima zu bieten hat.

Ach so, und wie man jetzt die Reputation einer Uni misst ("PageRank für Hochschulen" smilies/cheesy.gif), um sie zu "ranken", das wäre nochmal eine eigene Diskussion, aber auch ein interessantes Thema.
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Marcus Schweizer , 27.12.2009 19:35 | Website
Ich schätze, dieses abfällige "nur" bezog sich auch auf das Wort "Fernuniversität" und die Unwissenschaftlichkeit wird als Bedingung einer solchen Fernuni mitgezogen.

Selbstverständlich ist die Bild wieder darum bemüht, Vorurteile zu schüren und dabei kräftig Fernunis zu diskreditieren.
Ich war einer der ersten, die anfingen Psychologie auf der Basis Bachelor zu studieren und bekam so manch ungläubige Blicke oder gar eindringliche Reden von "unnützen Leuten, die nichts zum Bruttosozialprodukt beifügen" - es war der typische Bild-Leser!
Solche Meinungen wollen diese Leute hören, diese Meinungen bekommen sie auch geliefert.
Ich denke schon, dass die Bild-Redakteure anderst könnten! Geschrieben wird doch zu einem großen Teil, was der Leser sehen möchte. Vor allem die eigene Meinung soll bestätigt werden.


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